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St. Cyriakus Billig

Die erste Erwähnung einer Kapelle in Billig datiert aus dem Jahre 1237. Aber das Gotteshaus war zweifellos viel älter. Das Patrozinium des heiligen Cyriakus weist auf die nachkarolingische Zeit. Auch wurde beim Abbruch der alten Kapelle unter anderem ein frühromanisches Würfelkapitell aus Kalkstein gefunden.

Im Jahre 1759 richteten die Gemeindevorsteher von Billig eine Klageschrift an das Stiftskapitel zu Münstereifel als Zehntherr, in der sie ausführten, dass die Billiger Kapelle „fast dachlos geworden und dergestalt zerfallen sei, daß nicht ohne Lebensgefahr dort das heilige Meßopfer verrichtet werden könne“. Nach langwierigen Verhandlungen hat das Stiftskapitel dann den Aufbau und die Instandsetzung der Kapelle ausgeführt. Als ersten Baustein für den Kirchenneubau stifteten die Geschwister Wachendorf, die damals in Zülpich wohnten, den Bauplatz und die Summe von 5.000 Mark.

Regelmäßige Monatskollekten erbrachten in wenigen Jahren einen ansehnlichen Baufonds. Die Ziegelsteine zum Kirchbau wurden am Westeingang des Dorfes auf der sog. „Komm“ herge­stellt. Das Gelände war wieder von den Geschwistern Wachendorf zur Verfügung gestellt worden.

Am Fest des Pfarrpatrons St. Cyriakus (8.8.) 1895 legte Pfarrer Fischbach den Grundstein zum Neubau der Kirche. Der Bauplan war von dem Kölner Diözesanbaumeister Kramer entworfen. Die Ausführung wurde dem Bauunternehmen Hergersberg aus Stotzheim übertragen. Ein eifriger Förderer des Baues war der inzwischen ernannte Rektor Beumers. Im Frühjahr 1897 war der Bau vollendet, so dass am 8. Mai 1897 der Kölner Weihbischof Dr. H. J. Schmitz die Konsekration vornehmen konnte.  

Die Inneneinrichtung der Kirche wurde fast ganz von einheimischen und auswärtigen Wohltätern gespendet. Die Altäre stammen aus der Werkstatt des Euskirchener Bildhauers Haag.

Am 12.11.1905 konnte die Urkunde über die Errichtung der Pfarre Billig von der Kanzel verlesen werden und am 15.11.1905 wurde Rektor Frey als erster Pfarrer feierlich eingeführt.

Ein Geläute von zwei Glocken, die schon langen im Turm der alten Kapelle gehangen hatten, riefen die Gläubigen zum Gottesdienst. Die kleinere war der heiligen Margareta geweiht. Sie wog 385 Pfund und war im Jahre 1871, wie berichtet wird, auf dem hiesigen Kirchhof gegossen worden. Alle diesbezüglichen Aufzeichnungen sind leider verloren gegangen. Die größere Glocke, dem heiligen Cyriakus geweiht, musste seit dem 29.6.1917, als die Margaretenglocke für Kriegszwecke abgeliefert wurde, einsam im Turm hängen. Sie hat volle 180 Jahre der Gemeinde gedient. Heute finden sich im Turm der Pfarrkirche die "Cyriakus-Glocke", die "Marien-Glocke" und die "St.-Michael-Glocke".

Noch vor Anschaffung des neuen Geläutes hegten die Einwohner Billigs den Wunsch, ihr schönes Kirchlein ausmalen zu lassen. Diesem Wunsch wurde 1929 entsprochen. Aus freiwilligen Spenden war die benötigte Summe halb zusammengebracht. Am 15. Juni 1929 wurde die Arbeit begonnen und am 15. August desselben Jahres vollendet.

Das Erdbeben vom 14. März 1951 hatte auch in der Pfarrkirche zu Billig unliebsame Andenken hinterlassen. Namentlich das Deckengewölbe war arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Um der drohenden Schließung der Kirche zu entgehen, war es dringend vonnöten, wenigstens die ernstesten Schäden umgehend zu beseitigen.

Die durch Kriegseinwirkung zum Teil zerstörten Kirchenfenster waren vor der Währungsreform durch einfache, teils bunte, teils unbemalte Scheiben ersetzt worden. Durch das Erdbeben wurden abermals zwei Fenster zerstört, die jetzt, im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten, durch zwei neue, auf das Innere der Kirche abgestimmte Fenster ersetzt wurden, während die von Erdbeben verschont gebliebenen, kurz nach Kriegsende durch behelfsmäßige Scheiben erneuerten Fenster des Gesamtbild des Kircheninnern eher störten als belebten.

Ab März 1977 wurde die Kirche einer umfassenden Innen- wie Außenrenovierung unterzogen. Das ganze Außenmauerwerk wurde neu verfugt und imprägniert. Zur Innenrenovierung musste die Kirche ganz ausgeräumt werden, denn die Gewölbe erhielten eine Isolierung. Die Pfarrkirche erhielt eine komplette neugotische Ausstattung. Gleichzeitig wurden eine Fußbodenheizung installiert und ein neuer Fußboden aus Hohenfelser Basaltlava verlegt. Zu den ausgeführten Schreinerarbeiten gehörten auch die Umgestaltung des Zelebrationsaltars und die Restaurierung der Orgelbühnenbrüstung. Ferner wurde ein wertvoller neugotischer Kreuzweg erworben.
Am Palmsonntag 1978 konnte der Gemeinde beim Wiedereinzug in die renovierte Pfarrkirche zudem eine neue Orgel vorgestellt werden. Das Instrument, das seinerzeit von der Aachener Firma Bach für das St. Gregoriushaus in Aachen erbaut wurde, verfügt über zwölf klingende Register auf zwei Manualen und Pedal; es besitzt 639 Pfeifen, davon 91 aus Holz und 548 aus Zinn. Die Disposition ist so eingerichtet, dass man fast jede Orgelmusik aller Epochen spielen kann: Pedal C - f´; I. und II. Manual: C - c´´´´. Schalter für Handregister, freie Kombination sowie alle Register.
Die Orgel verfügt über eine elektrische Registertraktur, die das Abrufen einer vorbereiteten Registrierung per Knopfdruck ermöglicht.
Im Jahr 1997 erhielt die Kirche neue Fenster. Die drei Chorfenster wurden nach einem Entwurf der Bonner Künstlerin Anja Quaschinski gestaltet. Die gesamten Glasarbeiten fertigte die Glaswerkstatt Linden in Bonn.

Im Jahr 2001 wurden schließlich der Kirchturm renoviert und auch der komplette Innenraum der Kirche farblich neu gefasst. Der Architekt Pütz aus Billig ermöglichte es in hervorragender Zusammenarbeit mit den Firmen und den Mitgliedern des Kirchenvorstandes, dass die Pfarrkirche heute in freundlichen hellen Farben neu erstrahlt.